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Tuesday, October 30, 2012

Zurück in die Zukunft – der Blick ins Heute. Wie 3D Drucker die Welt verändern!


Zurück in die Zukunft: Das Jahr 2015

Science-Fiction-Fans werden sich an diese Trilogie aus den 80er Jahren erinnern. Der junge Martin McFly und sein Freund Doc Brown verschlägt es mal in die Vergangenheit, mal in die Zukunft. Aber Zurück in die Zukunft bietet mehr als nur spannende Unterhaltung. Bei näherem Blick offenbart sich dem aufmerksamen Beobachter eine ganz eigene Welt von Vorstellungen, wie sich die Zeitgenossen der 80er die Zukunft vorgestellt haben. Konkret handelt es sich um das Jahr 2015, das nun langsam näher rückt. Was würde uns dem Film entsprechend dann erwarten?
  • Fliegende Autos und Air-Highway
Im Film ist man der Belastung der Straßen durch ein höheres Verkehrsaufkommen dadurch entgangen, dass man den Verkehr einfach über die Städte gelegt hat. Kein Problem, wenn man fliegende Autos hat.
  • Genaue Wettervorhersage
Gemäß dem Film werden uns im Jahre 2015 kurze heftige Schauer heimsuchen, die jedoch exakt vorhersagbar sein werden. Ein Wetterbericht, der endlich einmal stimmt? Oder Doc Brown hatte einfach schon alles vorher ausspioniert. Dann wird es auch für den Wetterbericht der Zukunft keine Hoffnung geben.
  • Vollautomatische Häuser
Der Traum eines jeden Technikfreaks: Ein Haus, das mitdenkt, einen willkommen heißt und eigentlich alles selbst erledigt, was so im Haushalt anfällt.
  • Astronautenessen
Laut Film werden wir dehydrierte Nahrung kaufen, die dann in einer Art Mikrowelle wieder hydriert wird. Kling sehr nach Astronautenfutter. Aber was für die gut ist, kann für uns Erdlinge doch wohl nicht schlecht sein, oder?
  • Hologramme
Und natürlich das wichtigste: die Hologramme, die die Werbung beherrschen werden.
Zurück in die Zukunft ist also voll von Visionen, wie sie in den Köpfen unserer Eltern herumspukten. Sie werden bestimmt enttäuscht sein, sehen zu müssen, dass all das wirklich nur Vision war und kaum etwas von diesen Dingen den Einzug in den Alltag bisher geschafft hat. Aber immerhin haben wir Smartphones und andere technische Errungenschaften, die man sich kaum vorstellen konnte.

3D Drucker revolutionieren die Welt

Dazu gehören auch 3D Drucker, die unsere schon fast immer globalisierte Welt vielleicht etwas entglobalisieren könnte. Die Idee dahinter ist gut in einem Zeitartikel beschrieben. Die Auswirkungen? Wohl noch ungewiss. Ich möchte jedoch optimistisch sein und stelle daher einige erhoffte positive Effekte vor:
  • Deglobalisierung
Durch 3D Drucker wird wieder zurückgekehrt zu regionalen Wirtschaftsproduktion. Die internationalen Warenverkehrsströme werden dadurch auf das nötigste beschränkt und sparen somit enorm viel Zeit, Geld und schaden der Umwelt weniger.
  • Stärkung lokaler Wirtschaftsräume
Lokale Wirtschaftsräume werden wieder stärker mit einander interagieren, da der Mensch als Ressource wiederentdeckt wird.
Nicht nur durch die Einsprung unnützer Warentransporte wird Energie gespart werden. Es kann gezielter und effizienter unter Einsparung von Überschüssen und ressourceneffizienter produziert werden. Außerdem sollte doch dann auch wieder eine hundertprozentige Recycelbarkeit möglich werden, indem man die Produkte einfach wieder in ihre Bestandteile zerlegt und neu zusammenbaut.
  • Drucken statt Beamen?
3D Drucker sind eigentlich genau wie Beamer: Alles ist überall zu haben, so lange wir ein Gerät und den Bauplan besitzen. Die Frage ist nun, was besser ist: An einem Ort produzieren und dorthin beamen, wo es benötigt wird, oder überall Drucker haben, zu denen die nötigen Rohstoffe gebracht werden müssen, und vor Ort das Produkt drucken. Zukunftsfragen, die für uns nicht wichtig sind? Weit gefehlt. Die Zukunft hat bereits begonnen. Der Artikel der Zeit und etwas Internetrecherche machen das deutlich!

Thursday, October 18, 2012

Portraitfotografie und Verantwortung. Wie sieht unser Bild von Afrika aus?


Eigentlich widerstrebt es mir gerade, nach meinem Blog über die Medienpräsenz von Arm und Reich über dieses Thema zu schreiben, aber ich bin gerade auf zwei interessante Bilder gestoßen, die das arme Afrika in den Mittelpunkt stellen. Als Vertreter der Portraitfotografie hat Albert Watson in Benin Bilder aufgenommen, die die Menschen für uns in einer wohl einzigartigen Weise darstellen. In ihren Blicken denken wir, das Wilde, das Ungebändigte zu erkennen. Oft vor dunklen Hintergründen werden die Aufnahmen für uns nur noch mystischer. Ein anderes Bild dokumentiert ebenfalls das Leben einer Person, aber einer ganz anderen. Das Bild zeigte ein kleines Mädchen, das entkräftet in sich zusammengesunken ist. Hinter ihr lauert ein Geier, der an sich größer ist als das bisschen menschliches Leben. (Die Schilderung dieser Story gibt es hier zu lesen.)
Nachdem ich mir beide Bilder zu Gemüt geführt hatte, stellte sich in mir unweigerlich die Frage nach der Verantwortung. Soziale Verantwortung hat immer wieder in meinen Artikeln eine Rolle gespielt, z.B. als es um Griechenland ging. Aber bei so vermeidlich unpolitischen Bereichen wie der Portraitfotografie vermutet man zunächst nicht, wie viel Verantwortung hinter einem Bild stehen muss. Jedes Bild kann instrumentalisiert werden und so schweren Schaden hervorrufen. Wie schwer es dabei auch die Fotografen haben können zeigt das Beispiel von Kevin Carter, der das Bild mit dem Geier und dem Mädchen aufgenommen hat. Er nahm sich schließlich das Leben.
Was die heutige Portraitfotografie so gefährlich macht, liegt in der Bedeutung der Medien begründet. Ein Bild kann heute schneller um die Welt gehen als der Fotograf, der es geschossen hat fliegen. Dabei bietet es besondere Brisanz, dass bei einer Portraitaufnahme das Umfeld nicht im Mittelpunkt steht. Manchmal kann es wie bei Watson eine Rolle spielen, aber meistens wird es ausgeblendet und lässt so die abgebildete Person ohne Bezug zu seiner Umwelt auf uns wirken. Das mag die Kunst an diesem Genre der Fotografie sein, aber auch das Problem. Mit Verantwortung fotografieren hieße, darüber aufklären, was die Umstände des Bildes sind, den Betrachter nicht im Ungewissen zu lassen. Die Trennung von Erklärung und Bild sollte unterbunden werden, so dass auch Instrumentalisierungen in Zukunft weniger Schaden anrichten können.
Portraitfotografie von Albert Watson (Quelle: Zeit.de)

Das Bild, das um die Welt ging: Vulture stalking a Child (Quelle: iconicphotos.wordpress.com)

Wednesday, September 12, 2012

Demokratie und Transparenz – wo sind die Ideale von Mitbestimmung und Volksherrschaft?

Ich habe es ja schon oft zum Thema gemacht, aber gerade in der heutigen Zeit sollte meiner Meinung nach viel mehr und viel öfter über Politik geredet werden (, ohne jedoch alles gleich zu politisieren!). Daher soll es einmal mehr an die Grundfeste des deutschen und des europäischen Selbstverständnisses gehen.
Demokratie heißt das Stichwort, das auf etlichen Fahnen von fast allen europäischen Parteien bei jeder möglichen Gelegenheit hochgehalten wird. Europa ist ja schließlich die Heimat der Urdemokratie, die nicht nur im antiken Griechenland sondern angeblich ja auch bei den Barbaren im Norden mit ihren Dorfversammlungen gelebt worden sein soll. Klar, dass in so einer Kleinstversammlung von maximal einigen hundert Leuten (in der Polis mögen es etwas mehr gewesen sein) die demokratischen Ideale leicht verwirklicht werden konnten, auch wenn Phänomene wie Bestechung, Einschüchterung, Manipulation etc. auch schon grassierten, als die Volksherrschaft noch in den Kinderschuhen steckte. Transparenz hingegen ging deutlicher gar nicht darzustellen. Ein Mann, ein Wort und jeder konnte sehen, wie wer abstimmte.
Viel hat sich getan seitdem. Nicht nur, dass sich die Demokratie seither vielen neuen Herausforderungen stellen musste, die sie bisher ganz gut bewerkstelligt hat, jetzt befindet sie sich auch noch in einer Krise, die gleichzeitig globale Ausmaße annimmt. Im gleichen Moment geben viele Staaten Elemente ihrer Staatlichkeit an Organisationen oder private Firmen ab und geben somit zum Beispiel ihr hart erkämpftes Gewaltmonopol einfach auf. Dass die Transparenz dabei auf der Strecke bleibt, ist schon fast einleuchtend, wenn auch traurig.
Soziales Engagement kann helfen, auf diese Defizite aufmerksam zu machen. Der vorangegangene Blogeintrag hat dies auf, ich finde, eindrucksvolle Weise mit der Initiative zur Entschuldung Griechenlands aufgezeigt. Die ebenfalls erwähnten JEF dienen allen ebenfalls als Vorbild. Doch man muss sich nicht immer gleich zusammenfinden, Organisationen und Vereine gründen, um eine politische Stimme zu bekommen. Es fängt damit an, Fragen zu stellen. Fragen, die wichtig sind, wie etwa diese hier: Wer ist mein Europaabgeordneter? Wer weiß denn das eigentlich von seinem Wahlnezirk? Wohl leider die wenigsten, wenn man aktuellen Statistiken zur Politikverdrossenheit Glauben schenkt. Und selbst eine extra eingerichtete Internetseite, die das Auffinden des gesuchten Abgeordneten erleichtern soll, führt in irgendwelche Wohnungsanzeigen (www.mein-mdep.de). Da muss doch mal kritisiert werden!
Unsere Bundespräsidenten können wir schnell abservieren, wenn uns die Medien dazu verleiten. Aber mal konstruktiv einen Beitrag leisten erfordert schon etwas mehr als nur notorisches Nörgeln, worin die Deutschen ja besonders gut sein sollen. Doch wenn es schon Kritik sein muss, dann doch gerne in Satire-Form. Daher mein Tipp zur Rettung der Demokratie: Schwindelfrei in große Höhen hinaus, denn auch wenn's traurig wird und keiner weiß, wie's weitergehen soll, so geht die Welt doch wenigstens lustig zugrunde...

Sunday, August 26, 2012

Pornografie – wann wird Aktfotografie vulgär? Warum gibt es mehr nackte Frauen als Männer?

Pornografie, ein heikles Thema auch in unserer ach so aufgeklärten Gesellschaft. Ich finde es manchmal wirklich merkwürdig. Als Jugendlicher habe ich mich noch aufgeklärt gefühlt, aber seitdem ich aus der Schule raus bin, ist das Thema Sex und Geschlecht irgendwie verschwunden, gerade so, als wäre der Wissensdurst und das Verlangen nach Beschäftigung mit dem Thema abrupt hätten verdrängt werden müssen. Deshalb wird es jetzt mal zum Thema gemacht! Zwar mit künstlerischem Anspruch, aber trotzdem kann es dabei auch mal vulgär zugehen.

Pornografie oder Kunst?

Das ist leider viel zu oft die Frage. Nur weil sich an einem Bild, das nackte Menschen auch meinetwegen in verfänglichen Positionen zeigt, irgendwelche Kunstbanausen aufgeilen, heißt es noch lange nicht, dass es keinen künstlerischen Wert besitzt. Im Gegenteil. Insbesondere wenn dem Künstler nur der Körper zur Verfügung steht, muss gekonnt mit den Instrumenten umgegangen werden, damit die Aussage des Schaffenden eingefangen werden kann. Oder die Kunstwerke werden einfach nur geschaffen, um von Betrachtern begafft zu werden. Aber selbst dann ist es ja noch Kunst, solange es Leute gibt, die sich daran ergötzen und ihre Freude in dem Werk finden können. Pornografie kann vielfältige formen annehmen und genauso wie ein Hollywoodfilm manchmal als künstlerisch wertvoll eingestuft wird, kann es auch Pornos geben, die ästhetisch gestaltet sind.

Aktfotografie zeigt mehr Frau als Mann

Interessant wird es aber, wenn man explizit auf die als Kunst wertgeschätzten Werke schaut oder sich einfach nur mal in Werbungen und dem alltäglichen Leben umschaut. Es überrascht da schon, dass die Frau wesentlich öfter zu sehen ist als der Mann. In der Aktfotografie war das ebenfalls der Fall. Eine Ausstellung von Larry Clark hat Besarin, auf den hier bereits mehrmals hingewiesen wurde, auf seinem Blog (bersarin.wordpress.com) angeregt darüber zu debattieren. Es gibt viel, was darüber gesagt wurde, und noch gesagt werden kann. Die Zeit hat sich online ebenfalls darüber ausgelassen.
Dass Aktfotografie auch politisch benutzt werden kann, abermals von Frauen, hat während des Arabischen Frühlings die junge Ägypterin Alia Magda al-Mahdi eindrucksvoll bewiesen. Nacktheit als Waffe? Die Männer benutzten da eher ihre Fäuste, um ihrer Frustration und ihrem Ärger Luft zu machen. Was ist nun besser?

Sexuelle Konkurrenz in der Ellenbogengesellschaft

Sexuelle Konkurrenz bleibt auf jeden Fall so lange, wie Männer und Frauen unterschiedliche Positionen in der Gesellschaft einnehmen, genauso ein Thema wie Feminismus. So ist unser Gemeinwesen eben aufgebaut und daran hat bisher auch kaum jemand gerüttelt, in dem Sinne, dass sich jemand zur Abschaffung von Konkurrenz eingesetzt hätte. Der Sieg des Kapitalismus über den Sozialismus hat dies als globaler Showdown ein für alle Male vor Augen geführt. Und so kann auch die Pornografie nur als Spiegel unserer Gesellschaft gesehen werden, indem uns das vor Augen geführt wird, was wir alltäglich ohnehin um uns herum finden können, aber oft nicht bewusst wahrnehmen.

"Jonathan Velasquez & Tiffany Limos" von Larry Clark, 2003 (Quelle: spiegel.de)

Foto-Collage "Knoxville" aus dem Jahr 2011 von Larry Clark (Quelle: spiegel.de)

Tuesday, August 14, 2012

Zuhause sein – glücklich sein, aber wo ist zuhause und was ist Heimat?

Wer viel auf Reisen ist, freut sich, wenn er wieder in die Nähe heimatlicher Gefilde kommt. Es wird ihm wohl ums Herz, und die Gedanken schweifen zurück, um jene Tage der Kindheit, der ersten Liebe, des ersten Kusses wieder wachzurütteln. Nostalgie kommt auf und es fällt uns schwer zu sehen, wie sehr sich alles verändert hat, wie sich alles im Fluss befindet und irgendwann einmal nicht mehr als das zu erkennen sein wird, was wir einst dort gesehen haben.
Zuhause sein ist immer etwas Emotionales, ein Gefühl der Verbindung zu einem Ort. Man kann nicht überall sein Zuhause sehen, denn die Verbindung, die man mit dem Ort zunächst eingehen muss, braucht Zeit, aufgebaut zu werden. Man ist zum Beispiel nicht gleich zuhause, nur weil man sich irgendwohin ein Haus hat bauen lassen. Schnell drängt sich daher die Frage auf, wo dieser Ort eigentlich ist. Wo ist zuhause? Was ist Heimat?
Foldedcranes hat das in seinem/ ihrem Blog einfach so formuliert: „Is home where you were born?“ Einfach Frage, einfach Antwort, oder? Eben nicht. Wenn es so einfach wäre, würden sich nicht seit Äonen Philosophen und Gelehrte darüber den Kopf zermartern. Für Kant spielte dieses Thema mit seiner Idee eines Weltbürgertums natürlich eine zentrale Rolle, oder eben auch nicht. Zuhause sein kann man Kant zufolge also überall. Das sind jetzt zwei konträre Meinungen, die keiner Versöhnung bedürfen, denn es gibt sie nicht, die Lösung.
Nur einen Punkt gibt es, der mit Misstrauen zu beobachten ist: Die Entwurzelung der Jugend führt derzeit zu einem massiven Verlust des Heimatgefühls. Sie verlieren das Gefühlt der Verbindung zu einem bestimmten Ort, halten sich stattdessen für Weltbürger (leider nicht in Kants Sinne), da sie hier und da leben können, sich sofort an neue Gegebenheiten anpassen können und mehr als nur ihre Muttersprache sprechen können. Was ist Heimat, ist eine Frage, die in diesen Lebensstil nicht hineinpasst und konsequent ausgeblendet wird. Stattdessen stehen Karriere, Suche nach sexueller Erfüllung oder „Glück“ die Hauptrolle in ihrem Leben.
Was auf der Strecke bleibt, ist klar: Der Einsatz und Kampf für die Verbesserung der Lebensbedingungen an einem bestimmten Ort. Nur wer sich für längere Zeit ein einem Punkt aufhält, kann Netzwerke aufbauen, negative Entwicklungen erkennen und dagegen ansteuern. Die Globalisierung nimmt den Individuen die lokale Verantwortung und lügt uns vor, dass wir global alle Probleme lösen können. Bleibt daher nur zu hoffen, dass sich dieser Trend nicht so weit fortsetzt!

Sunday, August 5, 2012

Feuerland erleben – mit dem Segelschiff von Griechenland bis nach Kap Hoorn

Feuerland – der Ort, um den sich alles dreht

Es ist schon eine Liebesgeschichte, wie sie im Bilderbuche steht. Auf Feuerland haben sich Jutta und Osvaldo kennengelernt. Dort haben sie geheiratet und nun sollte es auch wieder dorthin gehen. Ihr ganzes Leben scheint sich um diesen magischen Ort zu drehen. Nur diesmal sollte das ganze noch einmal etwas extravaganter werden, indem nicht einfach dorthin geflogen wird, sondern die Strecke von Griechenland mit dem Segelboot zurückgelegt wird. Dass Feuerland geografisch gesehen nicht um die Ecke liegt, ist jeden klar, aber erst wenn man einen Blick auf Juttas und Osvaldos Blog geworfen hat, wird einem wirklich deutlich, wie weit diese Reise ist.

Kap Hoorn – schnell hin, aber wie?

Wer sich auf den Spuren des Niederländers Hoorn bewegen möchte, braucht viele Dinge, um das Überleben zu sichern. Kap Hoorn, bis dort hat es jener Kapitän geschafft, der ansonsten aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwunden ist, kann zwar vieles bieten, aber die Reise bis zu ihm birgt Gefahren. Ich habe da weniger die Übellaunigkeit der See im Kopf als vielmehr die der Crewmitglieder. Wer in einer normalen Partnerschaft lebt, weiß, wie schwierig es manchmal sein kann, den anderen nicht an den Kragen gehen zu wollen. Das Leben auf einem Segelboot erscheint da noch hundertmal komplizierter, da man ständig aufeinander hockt und sich nicht wirklich vor dem anderen verstecken kann. Wie viel Mut gehört wohl dazu, sich auf solch ein Abenteuer einzulassen? Und wie organisiert man so etwas?

Sponsoren finden für die eigene Weltumsegelung

Wer einen Blick auf den Blog wirft, wird schnell mitbekommen, wie die beiden ihr Unterfangen finanzieren. Naturgemäß können sie keiner normalen Beschäftigung nachgehen, solange sie sich auf dem Boot befinden. Daher haben sie Sponsoren angeworben, für die sie im Gegenzug auf dem Blog fleißig Werbung machen. Sponsoren finden kann übrigens jeder, der nur lange genug und zielgerichtet genug sucht. Ob nun Mountainbiking im Amazonas oder mit den Skiern durch den Himalaya, es gibt für jede Idee einen, der sie unterstützt, Globalisierung sei Dank!

Thursday, July 26, 2012

Ravensbrück – ein Ort voll Freude und guter Laune. Teamwork in einer Gedenkstätte

Ravensbrück – Austragungsort der zweiten Runde des Female R-Existence

Vor zwei Monaten habe ich von dem internationalen Projekt Female R-Existence geschrieben. Das geht nun nach einem erfolgreichen Seminar in Athen in die zweite Runde. Ravensbrück wird hierbei eine Gruppe von 20 jungen Leuten aus vier Ländern beherbergen und ihnen die Geschichte des Ortes nahebringen. Ein Fokus wird hierbei auf die Positionen einerseits der Opfer und andererseits der Täterinnen gelegt werden, deren Reflexion durch den Besuch der örtlichen Ausstellungen angeregt werden soll. Das ehemalige KZ bietet für eine Auseinandersetzung mit diesem Thema nicht nur aufgrund der Tatsache, dass es sich bei ihm um ein Frauen-KZ gehandelt hat, eine ideale Location. Auch die Jugendherberge in Ravensbrück, die in den ehemaligen Aufseherhäusern untergebracht ist, begünstigt die intensive Beschäftigung mit dem Thema. Was sonst noch Besonderes in dem eigentlich idyllischen Ort vorhanden ist, kann leicht auf der Homepage eingesehen werden: www.ravensbruek.de.

Teamwork – Ohne Gruppenarbeit keine Chance

In Gedenkstätten wird viel Wert auf die internationale Verständigung und den Abbau von Vorurteilen und Ressentiments gelegt. Wenn aber 20 Leute aus verschiedenen Ländern, mit verschiedenen kulturellen Prägungen aufeinandertreffen, kann es schon mal haarig werden. Teamwork passiert da nicht einfach, sondern muss induziert und von der Leitung gefördert werden. Wie schwierig das manchmal sein kann, aber wie groß der Spaß dabei auch ausfallen kann, lässt ein Blog von Claudi K. erkennen. Darin wird von den Auf und Abs der Gruppenleitung und den Problemen berichtet, mit denen man sich in einer internationalen Umgebung abgeben muss. Aber Claudi K. gibt auch ganz praktische Tipps zum Einstieg in das Thema Gedenkstättenarbeit, für das sie auch Materialien empfiehlt und kommentiert. Wen das Thema interessiert, sollte ihrem Blog auf jeden Fall einen Besuch abstatten. Der Titel klingt genauso unverfänglich, wie sie dort lebt und arbeitet. Genießt die Lektüre dieser jungen kompetenten Frau auf Sommer in Ravensbrück!

Sunday, June 10, 2012

dOCUMENTA 2012. Das Museum der 100 Tage ab 9. Juni 2012 wieder in Kassel

Es ist wieder soweit. Nach fünf Jahren findet endlich wieder die bedeutendste Ausstellung für zeitgenössische Kunst statt. Die dOCUMENTA 2012 ist ab dem 9. Juni 2012 wieder in Kassel anzutreffen. In über 40 Ausstellungsräumen, die über der ganzen Stadt verteilt liegen, zeigt sich die Kunst des 21. Jahrhunderts. Traditionell wird das Fridericianum jedoch die Hauptausstellungen und Programmpunkte beherbergen. Das Museum der 100 Tage, wie das Event auch genannt wird, denn genau für 100 Tage ist es der Öffentlichkeit zugänglich, soll hierbei von dMAPS unterstützt werden. Dieses Tool ist mehr als eine herkömmliche Karte. Mobil auf dem Smartphone (oder auf einem vor Ort erhältlichem Leihgerät) ist dMAPS nicht nur einfacher zu handhaben. Offizieller Sponsor der dOCUMENTA 2012, die Sparkasse, preist das ganz so an:

„dMAPS ist ein digitales Instrument, das den Besuchern mit Hilfe von Kartenmaterial und detaillierten Tagesprogrammen die Orientierung auf der dOCUMENTA (13) erleichtert. Gleichzeitig fungiert dMAPS als innovativer Audioguide, der in Form eines Mediaplayers eine multimediale Rezeption der Werke und Partizipation an der Kunst ermöglicht. Zudem enthält es Serviceinformationen rund um die dOCUMENTA (13).“ (Quelle: www.documenta.sparkasse.de/dMAPS/)

Das Museum der 100 Tage ist also mehr als nur eine Wiederholung der seit 1955 regelmäßig stattfindenden Ausstellung. Neue Maßstäbe werden gesetzt, die schon beim Besuchen der Homepage deutlich werden. Die Entwicklung neigt sich zum Minimalismus trotz Multimedialität. Dutzende von Videos, die man bei Bedarf aufrufen kann, geben Auskünfte über die Aussteller, Projekte und stellen Materialien bereit. Vieles mehr gibt es zu erkunden. Zwar kann die Website die Ausstellung nicht ersetzen, aber für diejenigen, die keine Zeit haben, sich auf den Weg nach Kassel zu begeben, kann kann sie auf jeden Fall eine kleine Entschädigung sein.

Noch mehr Kunst gab es beim Blog Award.

Saturday, April 28, 2012

Das Fotoarchiv der Stadt New York stellt 870.000 Bilder online, die die Stadtgeschichte dokumentieren


Es gibt viele große und aufstrebende Metropolen auf der Welt. Um so schwerer ist es, die Faszination zu behalten, die eine Stadt einst innegehabt hat. New York poliert das alte Image wieder auf. Dazu wurden aus den mehr als zwei Millionen Bildern, die irgendwo in den Kellnern der Stadtverwaltung vor sich hin modern, 870.000 katalogiersiert und online gestellt. Das Material, das größtenteils aus Fotografien besteht, bietet einen facettenreichen Einblick in das Großstadtleben seit dem Ende des 19. Jahrhundert. Das Fotoarchiv der Stadt New York hat dabei weder Kosten noch Mühen gescheut und die letzten vier Jahre damit zugebracht, diese verschollen Schätze der weltweiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Worum es sich bei den Bildern handelt, ist schwer zu beschreiben. Eines wird jedoch schnell deutlich: die meisten Bilder stammen aus den Händen von Angestellten der Stadt. Darunter auch Polizisten, die die Fotografie zum Beispiel zum Festhalten von Beweismittel bei Ermittlungen nutzten. Aber auch Stadtplaner bedienten sich diesem Mittel gerne, um sich zum Beispiel eine genaue Vorstellung von Plaungumgebungen zu machen. Die Stadtgeschichte New Yorks ist auf diese Weise eindrucksvoll dokumentiert und nun endlich allen Interessierten zugänglich. Nicht nur dass die Entwicklung, wie etwa der Ausgestaltung der Skyline wie wie sie heute kennen, Schritt für Schritt aufgezeigt wird, es handelt sich teilweise ebenfalls um eindrucksvolle Zeugnisse fotografischer Kunst. New York  hat eben immer schon mehr zu bieten gehabt als nur das Industrielle, den Fortschritt und den Kapitalismus. Im gleichen Atemzug müssen künstlerische Atmosphäre, Ateliers, Gallerien und Museen sowie unendliche Inspiration genannt werden. So wundert es denn auch nicht, dass so manch ein Hobby- oder angestellter Berufsfotograph zu künstlerischen Motiven neigte. Bestes Beispiel ist das unten beigefügte Bild.
Das Fotoarchiv der Stadt New York ist unter folgendem Link zu erreichen. Zur Zeit grenzt es jedoch fast an der Unmäglichkeit, einen Zugang zu den Bildern zu bekommen, da es eine „überwältigende Nachfrage“ gibt und der Server das wohl nicht aushält. Kein Wunder bei dieser Menge an Material. Für die Stadtgeschichte New Yorks und seiner Erforschung handelt es sich hier wirklich um einen Schatz unvorstellbaren Wertes. Ich bin mir außerdem sicher, dass Architekten und Stadtgestalter beim Studium der Fotos so manche Eingebung bekommen werden, die letztlich zum Wiederaufleben längst vergangener Formen führen wird. Das bis dahin wird es wohl noch ein bißchen dauern.



Hier ein paar Impressionen, die aus einer Fotostrecke von spiegel online stammen.











Thursday, April 5, 2012

Der Blog Award prämiert die besten Blogs - Die Macht der Bilder und wie sie auf uns wirken


Foto: Aufruf zum Blog Award (http://thebobs.com/deutsch/)

Der diesjährige Blog Award ist in vollem Gange. Noch bis zum 2. Mai wird über die besten Blogs entschieden. Ausgestattet wird der Wettbewerb wie üblich von der Deutschen Welle. Der Sender nutzt die Veranstaltung, um seinen Prinzipien folgend demokratische Bewegungen überall auf der Welt zu unterstützen und zu ermutigen. Die Kategorien spiegeln diesen Ansatz wider: So gibt es 11 Sprachkategorien, in denen Blogs ausgezeichnet werden, „die einen Beitrag zur öffentlichen Diskussion leisten, indem sie Themen des Zeitgeschehens analysieren und kommentieren“. Dazu gibt es noch folgende:

- Best Blog
In dieser Kategorie wird ein Blog ausgezeichnet, das sich in Form und Inhalt herausragend für die Förderung und Wahrung von Menschenrechten einsetzt und eine offene Diskussion über Themen von öffentlicher Relevanz anregt und vorantreibt.

- Best Use of Technology for Social Good

In dieser Kategorie wird eine Softwarelösung oder eine Internetplattform ausgezeichnet, die Technologien bereitstellt, um gesellschaftlichen Wandel voranzutreiben und zur Förderung der demokratischen Teilhabe beiträgt.

- Best Social Activism Campaign

In dieser Kategorie wird eine Initiative ausgezeichnet, die in beispielhafter Weise Soziale Netzwerke und andere digitale Kommunikationstechnologien zur Stärkung von Demokratie, Freiheit und Menschenrechten nutzt. Werbe- und Marketing-Kampagnen von Unternehmen und Organisationen sind von der Teilnahme ausgeschlossen.

- Reporters Without Borders Award

In Zusammenarbeit mit der Organisation Reporter ohne Grenzen werden mit diesem Preis Blogs ausgezeichnet, die sich in herausragender Weise für die freie Meinungsäußerung einsetzen.

- Special Topic Award Education and Culture

Diese Preiskategorie wechselt jedes Jahr ihren thematischen Fokus. In dieser Ausgabe der BOBs wollen wir hier Webseiten auszeichnen, die die Themen Kultur und Bildung in hervorragender Weise behandeln.

- Best Video Channel

In dieser Kategorie wird ein regelmäßig aktualisiertes Videoformat ausgezeichnet. Es muss sich um eine Serie handeln, bei der die einzelnen Episoden in Bezug zueinander stehen können, aber nicht müssen. Die Serie muss ursprünglich für das Internet produziert sein.

Die Macht der Bilder ist dabei kaum zu überschätzen, denn die meisten Blogs arbeiten mit ihnen als stärkstes Medium, um Botschaften zu übermittel. Und was Bilder zu bewirken vermögen, hat die Geschichte schon vielfach gezeigt.
Das gesamte Konzept der Deutschen Welle basiert ja auf ihnen: Aufklärung, Förderung von demokratischen Grundwerten und Information durch Berichte, Dokumentationen und Bildern überall auf der Welt. Dabei ist der Sender nicht nur online verfügbar, sondern bietet sich in vielen europäischen Ländern auch als Fernsehsender an. So zum Beispiel in Russland. Mit dem Blog Award haben sich die Programmchefs entschieden, einen Schritt weiter zu gehen und anstelle des Anbietens von Informationen auch solche Initiativen zu fördern, die ihren Beitrag zur positiven Entwicklung der Welt leisten. Ein Blog kennt keine Grenzen! Und so kann die Macht der Bilder auch über sie hinweg Wirkung erzielen. Was der Film „Kony 2012“ gezeigt hat, passiert in kleinerem Maßstab fast tagtäglich: Überall auf der Welt machen Blogger auf Missstände aufmerksam und fordern Unterstützung bei der Bekämpfung von Unrecht, Gewalt und Auswirkungen der globalen Erwärmung.

Foto: Unter der Kategorie "Best Blog": raul.de/blog



Friday, March 16, 2012

Ecosia und Znout machen Google das Leben schwer. Wie grüne Suchmaschinen den Markt erobern


Ecosia und Znout als echte Alternativen?

Das Leben ist schon schwer für den umweltbewussten Mitbürger. Da kursieren Gerüchte, dass im Winter plötzlich der aus Spanien importiert Apfel bezüglich seiner CO2-Emission verträglicher sein soll als der in Deutschland seit dem Sommer in Kühlhäusern gelagerte. Jetzt auch noch andere Neuigkeiten, dass bei jeder Anfrage bei Google soviel Energie verwendet wird, wie eine Energiesparlampe während einer Stunde verbraucht. Was soll man da jetzt machen? Grüne Suchmaschinen bieten eine Alternative:
Foto: Ecosia (http://weltbeweger.info)
Ecosia ist mittlerweile schon recht bekannt unter den Internetusern. Was erstens wichtig ist, sie bezieht ihre Ergebnisse aus der Bing und der Yahoo-Datenbank, ist also in der Lage, durchaus ergiebige Ergebnisse zu liefern. Was Ecosia nun grün macht, ist das Engagement für WWF-Projekte. So geht das Geld, das mit den Werbeeinstellungen verdient wird in Regenwaldprojekte in Südamerika, trägt also zur Erhaltung der grünen Lungen unserer Erde bei.
Znout hingegen hat einen anderen Weg eingeschlagen. Hier geht es mehr um die direkte Reduzierung von CO2-Emissionen durch die Unterstützung von regenerativen Energieformen. Die Suchmaschine wirbt selbst, dass der Name für „zero negative output“, also: „kein negativer Ausstoß“ stehen würde. Wie sie das macht? Das Geld, das mit der Werbung eingespielt wird, kommt dem Zweck zu, Zertifikate für erneuerbare Energien zu erwerben. Der Stromverbrauch wird somit „grün gemacht“. Znout sagt zudem selber über sich, dass es allein durch seine schwarze Hintergrundfläche, die der Nutzer ein- und ausschalten kann, bis zu 30% Strom zu sparen in der Lage sei. Was die Suchergebnisse angeht, die bezieht der Anbieter unter anderem von google.
Foto: Znout (http://sem-bar.blogspot.com)
Das hört sich alles gut an und sicher kann keiner sagen, dass er oder sie das nicht unterstützen würde, aber wie sieht es mit dem Praxistest aus? Wenn ich zum Beispiel die Überschrift des letzten Eintrages dieses Blog bei google, Ecosia und Znout eingebe, ist es lediglich google, dass mir ein Ergebnis liefert. Suche ich nur Informationen zu „Bhutan“, decken sich die ersten Ergebnisse ziwschen Znout und google fast haargenau. Ecosia weicht nach dem ersten Eintrag schon etwas ab, nervt dafür aber nicht mit Werbeanzeigen auf den ersten Rängen, was einmal angenehm zu sehen ist. Im Allgemeinen, bietet Znout ungefähr das Gleiche wie google, Ecosia kommt Yahoo wohl sehr nahe. Daher sollte jeder nach seinen eigenen Bedürfnissen entscheiden, was geeigneter ist. Ich denke, ich werde mal eine Weile auf Znout umsteigen, um so meinen Beitrag zur grünen Bewegung zu leisten.